Car- und Homehifi Lexikon

HDMI

HDMI (High-Definition Multimedia Interface) stellt die speziell für Unterhaltungselektronik- Geräte konzipierte Weiterentwicklung der schon seit längerem zum Einsatz kommenden digitalen Bildschnittstelle DVI dar. Wie bei DVI zeichnen bei dem HDMI-Format drei TMDSKanäle (Transition Minimized Digital Signaling) zur Übertragung digitaler Bilddatenpakete mit bis zu 165 MHz (!) Pixelwiederholungsrate verantwortlich. Ebenso ist auch beim HDMI Standard ein zusätzlicher Display Data Channel (DDC) vorgesehen, der eine Kommunikation zwischen den verbundenen Geräten ermöglicht – auf diese Weise können sich beispielsweise ein Bildwiedergabegerät und ein Display auf eine kompatible Bildauflösung einigen, was eine Inbetriebnahme von HDMI-Gerätschaften erheblich vereinfacht. Einziger Unterschied zwischen DVI und HDMI ist der, das neben ausschließlich digitalen Bildsignalen auch digitale Audiosignale im HDMI-Datenstrom übertragen werden. DVI hingegen bietet die Möglichkeit, auch analoge Bildsignale über das DVI-Kabel zu transportieren (DVI-I). Während bei DVIGeräten bereits HDCP-Kopierschutz-kompatible Schnittstellen zum Einsatz kommen, ist eine HDCP-Kopierschutz-Kompatibilität im HDMI-Standard fest implementiert. Im Klartext heißt das, dass alle HDMI-Geräte untereinander einwandfrei funktionieren, während eine DVI/HDMI-Verbindung durchaus zu den ein oder anderen Komplikationen führen kann – denn unterstützt ein DVI-Gerät noch nicht den bei HDMI vorgeschriebenen Kopierschutz, dann kommt auch kein Bild bei einer Verlinkung solch verschiedenartiger Geräte zustande. Probieren geht hier also über studieren. Unterstützt ein DVI-Gerät jedoch den HDCPStandard, dann ist eine hundertprozentige Kompatibilität zwischen HDMI- und DVIGerätschaften gewährleistet. Praktisch ist vor allem der einfache HDMI-Stecker, der im Gegensatz zu DVI-Steckern einfach in die entsprechende Buchse hineingesteckt wird – das fixieren des Steckers mittels Arritierungsschrauben wie beim DVI-Format gehört somit der Vergangenheit an. Dank universeller Einsatzmöglichkeiten nebst digitaler Bild- und Tonübertragung sowie einfachem Plug&Play- Charakter handelt es sich bei HDMI wohl um die „SCART-Verbindung“ der Zukunft.

HDMI ermöglicht im Gegensatz zu DVI neben der Übertragung digitaler Bilddaten einen Transfer von digitalen Audiosignalen. Hierbei werden die Audiodatenpakete während der Austastlücken des Bildsignals gesendet, wobei bei ausreichendem Pixeltakt bis zu acht unkomprimierte Audiokanäle mit einer Samplingfrequenz von 96 kHz übertragen werden können. Handelt es sich um Audiosignale, bei denen Audiokompressionsverfahren wie Dolby Digital und dts zur Anwendung gelangten, dann ist eine Übertragung von acht Audiokanälen mit je 192 kHz in den HDMI-Spezifikationen vorgesehen. Bei derartigen Übertragungskapazitäten ist HDMI somit der ideale Standard zur Übertragung von DVD-Audio und SACD-Signalen, wobei diese Option in der ersten Fassung des neuen HDMI-Standards aufgrund von Kopierschutzbedenken seitens der Musikindustrie noch nicht implementiert wurde. Ende 2004 soll der HDMI-Standard erweitert werden, so dass möglicherweise schon Ende des Jahres SACD-Kompatibilität mit in der zweiten Generation des HDMIStandards definiert sein wird.
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